In diesem Beitrag erklären wir, wie agentischer E-Commerce funktioniert, warum ein PIM-System im E-Commerce entscheidend ist und welche konkreten Schritte im Unternehmen jetzt vorgenommen werden sollten, um Produktdaten LLM-kompatibel und zukunftssicher zu gestalten.
Status quo des E-Commerce
Der E-Commerce steht vor einem fundamentalen Wandel: Künstliche Intelligenz (KI) übernimmt zunehmend die Steuerung von Produktempfehlungen und Kaufentscheidungen. Mit der Einführung neuer Shopping-Funktionen in ChatGPT durch OpenAI können Nutzer nun direkt im Chat personalisierte Produktempfehlungen erhalten, inklusive Bilder, Preise, Bewertungen und Kauf-Links – häufig realisiert über Integrationen, Plugins oder Partner-APIs, nicht immer als rein native Funktionalität. Diese Entwicklungen markieren den Übergang zu einem agentischen E-Commerce, in dem KI-Systeme autonom agieren und den traditionellen Online-Shop umgehen.
Für Unternehmen bedeutet das: Fehlt eine zentralisierte, strukturierte und KI-taugliche Produktdatenbasis, steigt das Risiko, in neuen Empfehlungs- und Agentenkanälen an Sichtbarkeit zu verlieren. Ein leistungsfähiges PIM-System wird zur unverzichtbaren Single Source of Truth (SSoT) und liefert die strukturierte Grundlage, die KI‑Systeme benötigen, um Produkte zuverlässig zu identifizieren, zu vergleichen und auszugeben, um in dieser neuen Realität bestehen zu können.
Was bedeutet agentischer E-Commerce für die Customer-Journey?
Der Begriff „agentischer E-Commerce“ beschreibt eine neue Evolutionsstufe des digitalen Handels: KI-Systeme wie ChatGPT, Amazon Q oder Perplexity handeln zunehmend autonom. Sie analysieren Kundenanfragen, durchsuchen strukturierte Daten, vergleichen Produkte und schlagen dem Nutzer direkt Kaufoptionen vor – ohne dass ein klassischer Webshop zwischengeschaltet ist.
Warum das wichtig ist? Laut einer Studie von Gartner werden bis 2026 rund 25 % aller Produktsuchen über KI-basierte Interfaces erfolgen – Tendenz steigend.
Statt nach „Wanderrucksack 30L wasserdicht“ zu googeln, sagen Konsument:innen heute: „Ich brauche einen leichten, wasserdichten Rucksack für eine viertägige Bergtour.“ KI-Systeme wie ChatGPT verstehen diesen Kontext, greifen auf strukturierte Produktdaten zu und liefern konkrete Empfehlungen mit Kaufmöglichkeit.
Shopping direkt im KI-System
Mit der Einführung von Shopping-Funktionen in ChatGPT ist dieser Wandel kein Zukunftsszenario mehr, sondern Realität. Nutzer sehen innerhalb des Chats Produktbilder, Preise, Bewertungen und können direkt zu einem Kauf-Button springen – ohne die Website des Anbieters zu besuchen.
Für Hersteller und Marken ergibt sich daraus eine neue Herausforderung:
- Content-Qualität, Vollständigkeit und Kontextualisierung entscheiden über Sichtbarkeit.
- Sie werden nur angezeigt, wenn ihre Produktdaten maschinenlesbar, semantisch strukturiert und aktuell sind.
- Systeme wie GPT bevorzugen Quellen, die standardisierte, konsistente Daten über APIs bereitstellen.
Die zentrale Schwachstelle vieler Unternehmen: Datenchaos
In vielen mittelständischen Unternehmen liegen Produktinformationen:
- Verteilt auf Excel-Tabellen, ERP-Systeme, CMS und PDFs
- Redundant oder inkonsistent über verschiedene Channels
- Ohne zentrale Pflegeverantwortung oder einheitliche Daten-Taxonomie
In dieser Struktur können weder klassische Marktplätze noch moderne KI-Systeme effizient auf die Daten zugreifen. Sichtbarkeit wird zum Zufallsprodukt – oder bleibt komplett aus.
Ein PIM-System im E-Commerce als Fundament für Sichtbarkeit und Innovation
Ein modernes Product-Information-Management-(PIM)-System schafft Abhilfe und dient als Schnittstelle zwischen Datenbank und künstlicher Intelligenz:
| Funktion | Nutzen für KI & E-Commerce |
|---|---|
| Zentrale Datenquelle | SSoT für alle produktrelevanten Informationen (Texte, Specs, Relationen). |
| Strukturierte Datenmodelle | Produkte werden für KI-Crawler und Agenten semantisch interpretierbar. |
| APIs & Schnittstellen | Nahtlose Anbindung an Webshops, Marktplätze und KI-Plattformen. |
| Workflows | Effiziente Datenpflege und Data-Governance. |
Besonders Systeme wie Pimcore bieten dabei nicht nur PIM-Funktionalitäten, sondern integrieren auch Digital-Asset-Management, CMS und flexible Schnittstellen – ideal für Unternehmen, die viele Kanäle und Systeme bedienen müssen.
Die Bedeutung der Produktinszenierung bleibt bestehen
Auch wenn KI-Systeme Produktsuchen zunehmend dominieren, bleibt ein großer Teil der Kaufentscheidungen emotional geprägt. Nutzer möchten Produkte erleben – durch:
- visuelle Inszenierung, dazu gehören hochwertige Bilder und Videos,
- interaktive Produktkonfigurationen,
- Personalisierung von Angeboten,
- und immersive Technologien wie AR/3D-Darstellungen.
Gerade hier kann KI wertvolle Unterstützung liefern, z. B. durch automatisierte Bildgenerierung, Textvorschläge oder sogar KI-generierte Produktvideos. Voraussetzung bleibt jedoch: saubere, strukturierte und medienfähige Produktdaten.
Konkrete Handlungsempfehlungen für die Einführung eines PIM-Systems im E-Commerce

PIM-Systeme als Enabler für KI E-Commerce-Erlebnisse
Die Zeiten, in denen ein ansprechender Webshop ausreichte, um im E-Commerce zu bestehen, sind vorbei. Sichtbarkeit, Empfehlung und Konversion werden zunehmend von KI‑basierten Systemen beeinflusst. Gleichzeitig bleibt die visuelle und funktionale Produktinszenierung auf der Händlerseite für viele Kaufentscheidungen weiterhin wichtig. Unternehmen müssen also in beiden Bereichen präsent und technisch anschlussfähig sein.
Nur Unternehmen, die ihre Produktdaten professionell aufbereiten und zentral verwalten, bleiben in beiden Welten sichtbar und erfolgreich.
Ein PIM-System im E-Commerce wie z.B. Pimcore und Shop-System wie z.B. Shopware ist dabei die Eintrittskarte in den KI-gesteuerten und erlebnisorientierten E-Commerce. In einer modernen Architektur liefert das PIM die strukturierte Datenbasis, die das Shop‑System konsumiert und kanalisiert.


































